Gitarre stimmen mit chromatischem Stimmgerät: Standardstimmung und Drop D
Schritt für Schritt: So stimmst du deine Gitarre mit einer Stimmgerät-App auf die Standardstimmung E A D G H E und Drop D – plus Tipps, damit sie länger stimmt.

Eine leicht verstimmte Gitarre lässt jeden Akkord falsch klingen, selbst wenn deine Finger genau an der richtigen Stelle liegen. Die gute Nachricht: Mit einem chromatischen Stimmgerät auf dem Handy dauert es etwa eine Minute, alle sechs Saiten zu stimmen, sobald du den Ablauf kennst.
Die Standardstimmung auf einen Blick
Die Standardstimmung einer sechssaitigen Gitarre lautet von der dicksten zur dünnsten Saite E A D G H E. International heißt das H „B“, deshalb begegnet dir in Stimmgeräten und englischsprachigen Quellen oft auch E A D G B E:
- 6. Saite (dickste): E2
- 5. Saite: A2
- 4. Saite: D3
- 3. Saite: G3
- 2. Saite: H3
- 1. Saite (dünnste): E4
Die Zahl hinter jedem Buchstaben ist die Oktave. Ein chromatisches Stimmgerät zeigt Notenname und Oktave an, so erkennst du auf einen Blick, ob es das tiefe oder das hohe E ist.
Schritt für Schritt
- Such dir einen ruhigen Ort. Hintergrundgeräusche und andere Instrumente bringen jede Tonhöhenerkennung durcheinander, auch die in deinem Handy.
- Öffne Struno und wähle den Gitarrenmodus – oder bleib im chromatischen Modus, wenn du etwas anderes spielst.
- Zupf die leere 6. Saite einmal an und lass sie klingen. Nicht ständig neu anschlagen: Die erste Sekunde eines Tons ist der instabilste Teil.
- Beobachte die Anzeige. Steht die Nadel links von der Mitte, ist die Saite zu tief, also spannst du sie stärker. Steht sie rechts, ist die Saite zu hoch, also lockerst du sie.
- Stimm dich von unten an den Ton heran. Wenn du darüber hinausschießt, geh unter den Zielton und dann wieder hoch. Wenn du dich von unten näherst, bleibt Spannung auf dem Getriebe der Mechanik, und die Saite hält die Stimmung besser.
- Wiederhole das für die anderen fünf Saiten und geh dann noch einmal kurz alle durch. Wenn sich die Spannung einer Saite ändert, bewegt sich der Hals minimal, und die anderen verschieben sich mit.

Was „Cent“ bedeutet
Stimmgeräte messen in Cent, wie weit du vom Zielton entfernt bist. Ein Halbton hat 100 Cent, ein Wert von +5 bedeutet also, dass du fünf Hundertstel eines Halbtons zu hoch liegst. Ein paar Cent um die Null gelten zum Üben und für das Zusammenspiel mit anderen als gestimmt. Einen so kleinen Unterschied hören die meisten Menschen nicht.
Auf Drop D stimmen
Bei Drop D wird nur die 6. Saite um einen Ganzton von E auf D heruntergestimmt, sodass die drei tiefsten Saiten einen Powerchord bilden, den du mit einem Finger greifen kannst. Die Stimmung ist in Rock, Metal und Folk verbreitet.
- Stimm die Gitarre zuerst auf Standardstimmung.
- Wechsle in den chromatischen Modus und lockere die 6. Saite, bis das Stimmgerät D2 anzeigt.
- Vergleiche sie mit der leeren 4. Saite: Das ist derselbe Ton, eine Oktave tiefer, und beide sollten zusammen sauber klingen, ohne Schwebung.
Um zurück zur Standardstimmung zu kommen, spannst du die 6. Saite wieder bis E2.
Warum sich deine Gitarre immer wieder verstimmt
- Neue Saiten dehnen sich. In den ersten Tagen sinkt ihre Tonhöhe langsam ab. Stimm oft nach oder zieh nach dem Aufziehen jede Saite ein paarmal sanft vom Griffbrett weg.
- Temperatur und Luftfeuchtigkeit ändern sich. Eine Gitarre aus dem kalten Auto in einen warmen Raum zu bringen, verstimmt sie zuverlässig. Gib ihr ein paar Minuten, um sich anzupassen, bevor du stimmst.
- Zu fester Druck. Wer zu fest greift, drückt die Töne nach oben, selbst wenn die Leersaiten perfekt stimmen. Klingen Akkorde nur beim Spielen schief, prüf erst deinen Griff und dann das Stimmgerät.
Nach Referenz stimmen, nicht nur nach Nadel
Der Referenzton ist wichtig, wenn du mit anderen spielst. Der moderne Standard legt das A über dem mittleren C auf 440 Hz fest, definiert in ISO 16. Ist eine Band oder eine Aufnahme etwas anders gestimmt, gleich zuerst den Referenzton ab und stimm alles andere danach. Strunos Referenzton hilft dir, wenn du lieber nach Gehör stimmen willst, statt auf die Anzeige zu schauen.
Nächster Schritt: im Takt bleiben
Wenn die Gitarre gestimmt ist, ist das Timing das Nächste, was dein Spiel richtig klingen lässt. Akkordwechsel mit Metronom zu üben – langsam anfangen und das Tempo nach und nach erhöhen, sobald sie sauber sitzen – ist der schnellste Weg, damit sie nach Musik klingen. Unsere Anleitung, wie du mit Metronom übst, erklärt die Methode Schritt für Schritt.
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