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Ukulele stimmen: Standardstimmung GCEA, Low G und Bariton DGHE

So stimmst du deine Ukulele mit einem chromatischen Stimmgerät auf GCEA: High G vs. Low G, Bariton-Stimmung DGHE und warum neue Saiten ständig absinken.

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Ukulele stimmen: Standardstimmung GCEA, Low G und Bariton DGHE

Eine Ukulele hat nur vier Saiten, verstimmt sich aber häufiger als die meisten Instrumente, vor allem in den ersten Tagen nach einem Saitenwechsel. Mit einem chromatischen Stimmgerät und einem einfachen Ablauf dauert das Stimmen deutlich weniger als eine Minute, und die ungewöhnlich wirkende Reihenfolge der Saiten ergibt schnell Sinn.

Standardstimmung der Ukulele: G C E A

Sopran-, Konzert- und Tenor-Ukulelen werden normalerweise auf G C E A gestimmt. Hältst du die Ukulele in Spielposition, verlaufen die Saiten von der, die deinem Gesicht am nächsten ist, bis zu der, die dem Boden am nächsten ist:

  1. 4. Saite (am nächsten zum Gesicht): G4
  2. 3. Saite: C4, das mittlere C
  3. 2. Saite: E4
  4. 1. Saite (am nächsten zum Boden): A4

Die 1. Saite ist genau das A über dem mittleren C, auf dem die moderne Stimmung aufbaut: 440 Hz, wie in ISO 16 festgelegt. Die Standardstimmungen für jede Ukulelengröße sind im englischsprachigen Wikipedia-Artikel zur Ukulele zusammengefasst, einschließlich der unten beschriebenen Varianten High G, Low G und Bariton.

Eine beliebte Eselsbrücke für den Klang der vier Leersaiten ist der englische Satz „My dog has fleas“, Silbe für Silbe von G bis A gesungen.

High G oder Low G: Was reentrante Stimmung bedeutet

Sieh dir die Oktavzahlen oben an. Die G-Saite ist G4 und damit höher als C4 und E4. Die Saiten verlaufen also nicht der Reihe nach von tief nach hoch: Die Tonhöhe fällt von der 4. zur 3. Saite und steigt dann wieder an. Das nennt man reentrante Stimmung, und sie verleiht der Ukulele ihren hellen, eng gesetzten Akkordklang. Auf den meisten Sopran- und Konzert-Ukulelen ist sie Standard.

Bei der Low-G-Stimmung wird diese Saite eine ganze Oktave tiefer gestimmt, auf G3. Jetzt verlaufen die Saiten der Reihe nach von tief nach hoch, das nennt man lineare Stimmung. Du bekommst einen tieferen, volleren Klang und ein paar zusätzliche tiefe Töne für Melodien und Fingerstyle-Arrangements. Low G ist besonders auf Tenor-Ukulelen verbreitet.

Ein paar praktische Punkte:

  • Die Griffbilder sind in beiden Stimmungen identisch. Nur das Voicing des Akkords ändert sich, nicht, wo deine Finger liegen.
  • Low G braucht eine eigene Saite. Sie ist dicker und oft umsponnen. Versuchst du, eine normale High-G-Saite eine Oktave tiefer zu stimmen, hängt sie schlaff durch und schnarrt.
  • Die Low-G-Stimmung entspricht den vier höchsten Saiten einer Gitarre mit Kapodaster im 5. Bund, deshalb kommt sie Gitarristen oft vertraut vor.

Bariton-Ukulele: D G H E

Die Bariton-Ukulele ist die größte gängige Ukulele und nutzt eine andere Stimmung: D3 G3 H3 E4. Das sind genau dieselben Töne wie auf den vier dünnsten Saiten einer Gitarre, und die Stimmung ist linear, ohne reentrante Saite.

Weil die Töne andere sind, ändern sich auch die Akkordnamen. Dasselbe Griffbild, das auf einer Sopran-Ukulele einen C-Akkord ergibt, ergibt auf einer Bariton-Ukulele einen G-Akkord. Wenn du auch Gitarre spielst, behandelt die Anleitung zum Gitarrestimmen dieselben vier Töne im Zusammenhang mit allen sechs Saiten.

Ukulele stimmen Schritt für Schritt

  1. Such dir einen ruhigen Ort. Nylonsaiten sind leiser als Stahlsaiten, deshalb beeinflussen Hintergrundgeräusche die Messung stärker, als du vielleicht denkst.
  2. Öffne Struno und wähle den Ukulele-Modus oder, wenn du Bariton spielst, den Bariton-Ukulele-Modus. Für Low G nimmst du den chromatischen Modus und stimmst die 4. Saite auf G3; die anderen drei Saiten bleiben gleich.
  3. Zupf eine Saite kräftig mit der Daumenkuppe an und lass sie klingen. Ukulelentöne verklingen schnell, deshalb lässt sich ein einzelner, klarer Anschlag besser messen als mehrere leichte.
  4. Lies die Anzeige ab. Links von der Mitte heißt, die Saite ist zu tief, also spannst du sie stärker. Rechts von der Mitte heißt, sie ist zu hoch, also lockerst du sie.
  5. Stimm dich von unten an den Ton heran. Wenn du darüber hinausgehst, geh unter den Ton und dann wieder hoch. So sitzt die Saite fest an der Stimmmechanik und hält die Stimmung länger.
  6. Mach kleine Korrekturen. Bei vielen Ukulele-Wirbeln verändert schon eine winzige Drehung die Tonhöhe stark, also: ein bisschen drehen, zupfen, prüfen, wiederholen.
  7. Stimm alle vier Saiten und geh dann ein zweites Mal durch. Wenn du eine Saite nachstellst, können sich die anderen leicht verschieben, besonders bei einem neuen Satz.
Hand zupft eine Ukulelensaite neben einer Stimmgerät-Anzeige auf dem Handy, die mittig auf gestimmt steht

Mit dem Gehör gegenprüfen

Wenn das Stimmgerät sagt, dass alles stimmt, bestätigt ein kurzer Check mit gegriffenen Tönen das Ergebnis:

  • Die 3. Saite (C) im 4. Bund sollte wie die leere 2. Saite (E) klingen.
  • Die 2. Saite (E) im 5. Bund sollte wie die leere 1. Saite (A) klingen.
  • In der High-G-Stimmung sollte die 4. Saite (G) im 2. Bund genau auf derselben Tonhöhe liegen wie die leere 1. Saite (A). Bei Low G ist es derselbe Ton, eine Oktave tiefer.

Wenn zwei Töne, die gleich sein sollten, wabern oder schweben, ist einer davon leicht daneben. Wenn du lieber von Anfang an nach Gehör stimmst, spielt Strunos Referenzton den Zielton ab, sodass du jede Saite daran angleichen kannst.

Warum neue Ukulelensaiten immer wieder absinken

Nylon- und Fluorcarbonsaiten dehnen sich viel stärker als Stahlsaiten für Gitarre. Eine frisch besaitete Ukulele kann sich innerhalb von Minuten verstimmen und sinkt über mehrere Tage des Spielens hinweg immer weiter ab. Das ist normal und kein Zeichen für ein defektes Instrument.

So setzen sich die Saiten schneller:

  • Oft nachstimmen. Stimm die Ukulele in den ersten Tagen jedes Mal, wenn du sie in die Hand nimmst, bevor du spielst.
  • Saiten sanft dehnen. Stimm auf Tonhöhe, heb dann jede Saite auf ganzer Länge ein Stück vom Griffbrett ab und lass los. Nachstimmen und das Ganze ein paarmal wiederholen. Nicht ruckartig ziehen, und nicht direkt am Steg.

Auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielen eine Rolle. Bringst du eine Ukulele aus dem kalten Auto in einen warmen Raum, verstimmt sie sich. Gib ihr also ein paar Minuten, bevor du zum Stimmgerät greifst.

Häufige Fehler beim Ukulele-Stimmen

  • Die G-Saite in der falschen Oktave stimmen. Ein chromatisches Stimmgerät zeigt die Oktave an, also achte auf G4 in der Standardstimmung bzw. G3 bei Low G. Eine High-G-Saite eine Oktave höher als vorgesehen zu zwingen, kann sie reißen lassen.
  • Die Saitennummern verwechseln. Die 1. Saite ist die, die dem Boden am nächsten ist, nicht die am Gesicht. Zeigt das Stimmgerät einen unerwarteten Ton, prüf, ob du die richtige Saite erwischt hast.
  • Von oben an den Ton heranstimmen. Wenn du dich von oben näherst, bleibt Spiel in der Mechanik, und die Saite rutscht bald danach tiefer.
  • Nach einem Durchgang aufhören. Ein zweiter Durchgang erwischt Saiten, die sich verschoben haben, während du die anderen gestimmt hast.
  • Beim Spielen zu fest drücken. Wenn du die Saiten zu stark drückst, klingen gegriffene Töne zu hoch, und Akkorde können schief klingen, obwohl die Leersaiten perfekt stimmen.

Nächster Schritt: im Takt spielen

Eine gestimmte Ukulele ist die halbe Miete. Die andere Hälfte ist der Rhythmus: Schlagmuster und Akkordwechsel klingen erst dann nach Musik, wenn sie gleichmäßig sind. Unsere Anleitung, wie du mit Metronom übst, zeigt dir, wie du ein sauberes, gleichmäßiges Timing aufbaust und Songs nach und nach auf Tempo bringst.

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